Gastbeitrag: ein Kommentar zu einem Kommentar. Über Gleichberechtigung.

Heute übergebe ich das Wort an meinen Freund Marius von streetacid (oder „an den lieben Marius“, wie man unter Blogger__innen meinen bisherigen Studien zufolge sagen würde). Er hat einen Leserbrief (Leser*innenbrief, Brief eines Lesers) verfasst (im Folgenden „Kommentar“ genannt), um eine Glosse (im Folgenden „Glosse“ genannt) konstruktiv zu kritisieren, und weil wir beide die Glosse nicht recht verstanden, wohl aber negative Vibes verspürt haben, und weil ich Marius sehr gut verstehe (denke ich), möchte ich seinen Gedanken hier ein wenig öffentlichen Raum zur Verfügung stellen:

Dies ist ein Kommentar zur Glosse Die Ecke der Rhein-Neckar-Zeitung vom 21.06.2017.

Man kann sich ja mal vorstellen, dass alle den Ansatz verfolgen, human zu sein und jedem anderen Menschen das bestmögliche Leben zu wünschen. Die Ecke vom 21.06.17 hat gezeigt, dass hier wohl noch nicht verstanden wurde, worum es bei der Eheöffnung wirklich gehen soll: Jedem Menschen egal welchen Geschlechts und welcher Sexualität eine gesetzlich gleiche Behandlung zukommen zu lassen. Niemand sucht sich aus, wen er/sie liebt. Und niemand hier möchte die Heterosexualität zerstören. Eine Ehe ist ein öffentliches Bekenntnis seinem Partner/seiner Partnerin gegenüber ein Leben lang die Treue zu halten. Solch einen Wunsch gibt es nicht nur in heterosexuellen Beziehungen. Warum sollte jemandem die Erfüllung dieses Wunschs in einem säkularisierten Staat, in dem die gleiche Behandlung aller ein Grundwert darstellt, verwehrt werden? Dass die CDU „christlich“ im Namen trägt, sollte das Ziel setzen Nächstenliebe zu vermitteln und nicht einen bibeltreuen Staat zu erbauen, in dem alle Gesetze wortwörtlich aus der Bibel übertragen werden. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten CDU-Mitglieder dies auch nicht wollen. Die Forderung für die Anerkennung queerer Lebensweisen ist keine schwarz-grüne Mauer sondern ein gesellschaftliches Weiterkommen. Wenn gleichgeschlechtliche Paare die Ehe einfordern, ist dies keine Verhöhnung der Ehe sondern eine Ehrung dieser. Die Gesellschaft misst sich daran, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht. Minderheiten zu verspotten, anstatt in den Dialog zu treten und zu merken, dass hier niemand jemandem etwas wegnehmen möchte, ist der falsche Ansatz.

3 Kommentare zu „Gastbeitrag: ein Kommentar zu einem Kommentar. Über Gleichberechtigung.

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