Wie es weitergeht

Irgendwie war das alles ganz anders geplant. Im Januar habe ich Heidelberg wehmütig verlassen, und auch wenn ich mich in Paris trotz zunächst widrigstem Winterwetter nach und nach eingelebt habe, habe ich mich doch immer darauf gefreut und danach gesehnt, nach Heidelberg zurückzukehren und einen ruhigen Sommer zu verbringen. 

Aber dann kam der Newsletter mit den Stellenangeboten des Goethe-Instituts, den ich schon vor langer Zeit abonniert hatte, um immer wieder an dieses eine Praktikum erinnert zu werden, für das ich mich gerne einmal bewerben würde. Und ich wusste, als ich die Ausschreibung gelesen habe: wenn nicht jetzt, dann nie.

Die Rückkehr nach Heidelberg war also nur ein kurzer Zwischenstopp und heute ziehe ich schon wieder um, für drei Monate in eine andere, eine vollkommen fremde Stadt, und dieser Umzug fällt mir fast schwerer als der nach Paris.

Hinter mir liegen einige turbulente Wochen, ich war in Zürich, in Marburg, dazwischen, danach immer wieder in Heidelberg, und am Anfang und am Ende zu Hause bei meinen Eltern. Boxenstopp. Wäsche waschen lassen (danke, Mama!). In 1,5 Tagen Ruhe tanken und bei alten „Inspector Barnaby“-Folgen einschlafen. Bereit machen für den nächsten Sprung ins kalte Wasser.

Mit all diesen Strecken, die ich zurückgelegt habe (und noch zurücklegen werde), sind viele Stunden verbunden, in denen ich ausführlich und intensiv meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen konnte: Nachdenken (– und dann eventuell darüber zu schreiben, so wie jetzt).
Darüber, wofür ich das eigentlich alles mache. Auslandssemester, Praktikum. Für den Lebenslauf? Um mir selbst zu beweisen, dass ich das schaffen kann? Um einem Motto treu zu bleiben, später nicht bereuen zu wollen, dass ich Dinge nicht getan habe?

Ob ich das mache, weil ich es wirklich will, oder ob ich nur das Gefühl habe, es tun zu müssen? An den meisten Tagen kann ich nicht zwischen den beiden unterscheiden.

Ob ich so viel unterwegs bin, seit Monaten, um diesmal nicht diejenige zu sein, die zurückgelassen wird? So wie letztes Jahr, so wie vorletztes Jahr, als viele meiner Freundinnen und Freunde ihren Bachelor-Abschluss gemacht und die Stadt verlassen haben. Ob ich unterwegs bin, um mich selbst zu finden, oder um vor mir selbst wegzulaufen? Oder um zu lernen, mit Abschieden besser umzugehen?

Gerade bin ich überfragt. Aber so mittendrin in allem kann man das vielleicht auch mal sein.

7 Kommentare zu „Wie es weitergeht

  1. Wir wünschen Dir für deinen Aufenthalt in der schönen Stadt München alles Liebe und Gute und ein erfolgreiches Praktikum !

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