Was ich in den Semesterferien mache oder: Warum mein Urlaub kein Urlaub ist

Seit Mitte Februar habe ich Semesterferien. Es heißt eigentlich gar nicht „Semesterferien“, sondern „vorlesungsfreie Zeit“, und das zu Recht. Der Ausdruck „Semesterferien“ würde implizieren, dass ich zweieinhalb Monate einfach NICHTS tue. Hahahahaha. Dabei mache ich doch eh immer nichts, im Leben. Oder nie etwas.

Nein, Quatsch. Ich habe jede Menge zu tun, und zwar Großteils das Gleiche, was ich sonst auch mache:

  • Sachen für die Uni
  • Arbeiten
  • Kaffee trinken (gehen)
  • Essen
  • Schlafen
  • Schlafen
  • Schlafen
  • Kaffee trinken

Der einzige Unterschied zur Vorlesungszeit ist die Definition von „Sachen für die Uni“. Statt Seminare zu besuchen und Referate vorzubereiten schreibe ich an meinen gleichermaßen geliebten und gehassten Hausarbeiten. (Sie sind Fluch und Segen zugleich – man hat die Gelegenheit, sich richtig tief in ein Thema einzufuchsen, und das ist wunderbar, aber es erfordert auch unglaublich viel Ausdauer, Selbstdisziplin und gedankliche Kapazität. Seit fünf Jahren kann ich auf die Frage „Was machst du gerade?“ eigentlich immer antworten „Ich schreibe an meiner Hausarbeit.“ Inzwischen habe ich etliche davon geschrieben, und eine Bachelorarbeit, und ich kann selbst kaum glauben, dass ich gerade an meiner VORLETZTEN Hausarbeit sitze.)

Zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit jedoch, Mitte Februar, habe ich beschlossen, eine Pause von den ersten zwei Punkten auf dieser Liste zu machen. Ich bin für eine Woche zu meinen Eltern gefahren und wollte wirklich NICHTS tun (außer Essen, Schlafen, Kaffee trinken und lesen – ja, lesen, und zwar privat, das heißt: nicht für die Uni). Das ist wohl die Definition von Urlaub.

Leider funktioniert das für mich nicht. Ich habe zwar wirklich genau das getan, was ich mir vorgenommen hatte zu tun, nämlich nichts. Aber Urlaub fühlt sich anders an. Denn ich habe zwei ständige Begleiter, die mich nicht in Ruhe lassen: Meine Gedanken und mein schlechtes Gewissen. Sie sind immer da. Immer. Immer. Immer. Während meiner Urlaubstage bei meinen Eltern konnte ich sie recht gut ignorieren, aber dafür haben sie mir in den Urlaubsnächten umso mehr zugesetzt. Ich habe also entweder schlecht oder gar nicht geschlafen und das finde ich ziemlich bescheiden. Schlafen finde ich nämlich eigentlich ziemlich gut (und wichtig) (siehe Liste).

Für meine zweite Urlaubswoche, die ich mir in diesen zwei Monaten erlaube zu nehmen, habe ich also ein alternatives Konzept vorgesehen. Eines, das schon über Silvester in Wien gut funktioniert hat. Ich nehme meine Arbeit mit in den Urlaub. Und damit ist „Urlaub“ für mich eher als Ortswechsel denn als komplettes Freimachen von Arbeit (das ohnehin nicht möglich ist, denn: Gedanken! Schlechtes Gewissen!) definiert. Ob ich in Heidelberg an meiner Hausarbeit schreibe, oder in Wien, oder Dresden, oder Wrocław/Breslau, ist egal. Alles, was ich brauche, sind mein Laptop, meine Notizzettel und ein WLAN-Zugang. Damit bin ich also nicht nur im Urlaub, sondern fühle mich auch total Digital-Nomad-21.-Jahrhundert-Influencer-mäßig.

Viele Grüße aus Dresden,

Eure Franzi-Reh

PS: Egal, ob Heidelberg, Wien, Dresden oder sonstwo: Prokrastinieren funktioniert überall. Blogtext schreiben statt Hausarbeit schreiben for the win.

PPS: Danke Carina und vor allem Fredi für diesen überragendsten aller Spitznamen und seine Verewigung auf meinem Putzplan.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s