Über mich

Das Herz zu groß, die Seele zu weich, die Haut zu dünn.

Das bin ich. An manchen Tagen habe ich das Gefühl, die Sorgen der ganzen Welt lasten auf meinen Schultern. Ich habe Mitleid mit allem und jedem. Das heißt: Ich leide mit allem und jedem. Ich bin von null auf Tränen in Sekundenbruchteilen. Ich kann nicht einschlafen, weil sich in meinem Kopf Horrorszenarien entspinnen, bei denen meine gesamte Familie auf der Autobahn ums Leben kommt. Ich habe Angst.

Dagegen hilft das Schreiben. Ich schreibe über alles, was mich beschäftigt und mich bewegt, denn was gesagt (bzw. geschrieben) wurde, ist nicht mehr in meinem Kopf. Dabei müssen manche Sachen mehr als einmal, ja immer und immer wieder gesagt werden. Das, was uns alle betrifft, was uns alle angeht – der Umgang mit Sprache ­–, kann nicht oft genug wiederholt werden, bis es auch in den Köpfen der Allerletzten angekommen ist. Eine Dozentin von mir sagte das ganze Semester über jede Woche, wenn sie etwas zum fünften Mal erzählte: „Repetition, repetition, repetition. I know it’s boring, but it’s how you remember.“

Das, worüber ich immer wieder schreiben möchte, betrifft die Wirkmacht von Sprache in unserer Alltagswelt.

Über mich: Franzi, 24, lebt, studiert, atmet meistens in Heidelberg. 2017: Paris und München. 2018: tba.