Jane Austen: „Überredung“ | Vom Buch zum Blog #1

– Die etwas andere Rezension. (Dies ist keine Rezension). –

Bevor es losgeht, möchte ich mich der heutigen Widmung widmen:

Für Andrea – du weißt, warum.

Und jetzt geht’s los. Das erste Buch, das ich seit langer, langer Zeit gelesen habe, ist ein Klassiker der englischen Literatur (und weil es nicht schon groß, fett und unübersehbar im Titel steht, kommt es jetzt hier): „Überredung“, der letzte Roman von Jane Austen, erstmals herausgegeben 1818. Erschienen ist damals natürlich das englische Original „Persuasion“. Wann dann eine deutsche Übersetzung kam, ist für das Nachwort wohl nicht von Interesse, und mir ist es eigentlich auch egal, Hauptsache es gibt eine im Jahr 2016 und das ist definitiv der Fall.

Anfang des Jahres stand ich in der Buchhandlung Rombach in Freiburg vor dem Regal mit den Klassikern und war fest entschlossen, ein Buch zu kaufen. Die Entscheidung ist nach ganz rationalen Kriterien gefallen. Ich habe das genommen, bei dem mir die Einbandgestaltung am besten gefallen hat. Einfach war es trotzdem nicht, denn mein innerer Kritiker war nicht damit einverstanden, dass wir ein deutsches englisches Buch kaufen. Aber spätestens seit meiner deutschen Harry Potter-Bachelorarbeit weiß ich, wie ich den Kritiker lange genug ausschalten kann, um ein Buch zu nehmen, zu kaufen und den Kassenbon zu zerstören (oder um 40 Seiten Fließtext über Harry Potter zu produzieren, und dazu kann ich nur sagen: Weißwein hilft). So, da war ich nun also mit meinem neu erworbenen Buch (den Kassenbon habe ich natürlich NICHT zerstört. Ich bin ein Pedant und hebe sie alle auf). Aber nur, weil man sich ein Reclam-Taschenbuch kauft, heißt das nicht, dass man dieses Reclam-Taschenbuch auch liest. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Aber bereits nach wenigen Seiten war klar, dass das Buch nun zu jenen gehören sollte, von denen ich nur die ersten fünf Seiten gelesen habe.

Vor ein paar Wochen habe ich die lebensverändernde Entscheidung getroffen, endlich mal wieder ein Buch definitiv komplett zu lesen, und aus meiner breit gefächerten Auswahl an angefangenen Romanen ist die Wahl auf „Überredung“ gefallen. Vermutlich hauptsächlich deshalb, weil praktischerweise ein Lesezeichen in der Seite steckte, bei der ich aufgehört hatte. Und weil mir die Einbandgestaltung so gut gefällt.

Es ist ja so eine Sache mit den Entscheidungen. Ich habe in der Regel so wenig Disziplin, dass ich nichts, was ich mir fest vorgenommen habe, zu Ende bringe (Stichwort Hausarbeit schreiben). Diesmal sollte es anders sein: So wie man die ersten drei Monate verschweigt, dass man schwanger ist, habe ich erst, nachdem ich zwei Drittel des Buches gelesen hatte, stolz in der Öffentlichkeit davon erzählt, dass ich gerade ein Buch lese.

Ich war mit einer Freundin in der Mensa essen und habe ihr stolz mein Buch präsentiert. Was soll ich sagen: Vielleicht habe ich selbst zu tief in meiner Schwangerschafts-Analogie gesteckt, aber ich habe fest damit gerechnet, dass sie mich beglückwünschen wird. Stattdessen hat sie sich das Buch angeschaut, Autor und Titel identifiziert und dann vorwurfsvoll gesagt: „Aber Franzi, warum liest du das denn auf deutsch? Du hast doch auch mal Anglistik studiert!“

Mein neu gewonnenes Selbstvertrauen hat sich direkt wieder in Luft aufgelöst. Nichtsdestrotz habe ich den Roman, inklusive Nachwort, zu Ende gelesen. Und weil ich eine gute Literaturwissenschaftlerin bin, habe ich mich direkt nach Beendigung auf die Website der Universitätsbibliothek begeben und Sekundärliteratur recherchiert. Und weil ich keine gute Anglistin bin, habe ich (um die Anzahl der Suchergebnisse einzugrenzen) die Suche auf deutschsprachige Ergebnisse eingeschränkt. Mit vollem Erfolg, wie ich behaupten würde, denn es hat die Anzahl der Aufsätze von 135 auf genau 1 reduziert.

Was kann ich nun zu „Überredung“ sagen? Das lässt sich eigentlich in einem einzigen Satz abhandeln: Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Bääm, was für eine schnöde Aussage, aber wahr. Wer mehr wissen möchte, möge das Buch lesen.

Das war’s von mir für heute, ich grüße meine Fans (hallo, Julia!),

Fancy Francie

PS: Wir wissen natürlich alle, dass es sich bei besagter Freundin, die versucht hat, mir meine deutsche Version von Jane Austen madig zu machen, um Andrea handelt. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen, und deshalb ist das nächste Buch auf meiner Leseliste „Silver Linings“ von Matthew Quick – natürlich auf deutsch. (Auch das habe ich zu diesem Zeitpunkt bereits durchgelesen, denn ich bin mir selbst circa drei Bücher voraus, muahaha!)

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